© Jörg Ochsmann, IPK Gatersleben 2000 

 

OCHSMANN, J., HELLWIG, F. H., NOLTE, M. & WISSEMANN, V. 1996 (Botanikertagung Düsseldorf):
Verwendung konservierten Pflanzenmaterials in der molekularen Systematik.
Zusammenfassung

Die Beschaffung von Frischmaterial für die Anwendung molekularer Methoden in der Pflanzensystematik ist oft problematisch oder unmöglich, sodaß auf konservierte Pflanzenteile zurückgegriffen werden muß. Die Verfeinerung der Extraktionsverfahren erlaubt es inzwischen, auch aus sehr geringen Materialmengen (< 10 mg Trockengewicht) genügend DNA zu isolieren. Die Qualität der DNA (Kern- und Plastiden-DNA) ermöglicht PCR-Amplifikation und direkte Sequenzierung.
In vielen Pflanzengruppen ist die Verwendung von getrocknetem Material kein Problem mehr, auch in Alkohol konservierte Pflanzenteile können verwendet werden. 1-2 Jahre altes, in Silikagel getrocknetes Material kommt Frischmaterial qualitativ sehr nahe. Die Eignung des konservierten Materials hängt vom Alter bzw. von der Art der Präparation ab: je älter das Material, desto kürzer sind i.d.R. die enthaltenen DNA-Fragmente; eine Konservierung durch Hitze oder Behandlung mit Chemikalien (z.B. Sublimat) ist problematisch. 
Durch die Möglichkeit, DNA aus konservierten Pflanzenteilen zu gewinnen, können auch gefährdete oder sogar ausgestorbene Pflanzenarten mit in systematische Untersuchungen einbezogen werden.


(Stand / last updated: 28.01.2007)