© Jörg Ochsmann 2000 

 

OCHSMANN, J. 1996:
Heracleum mantegazzianum SOMMIER & LEVIER (Apiaceae) in Deutschland - Untersuchungen zur Biologie, Verbreitung, Morphologie und Taxonomie -. - Feddes Repert 107(7-8): 557-595.
Zusammenfassung Summary

Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es erste Verwilderungen von Riesen-Bärenklau, während die Massenausbreitung etwa in den 60er Jahren dieses Jahrhunderts begann. Diese Massenausbreitung, die z.Z. noch nicht abgeschlossen ist, wird wie bei anderen Neophyten durch die starke Veränderung der Landschaft durch den Menschen gefördert. Wie Keimversuche und Samenbankuntersuchungen zeigten, spielt auch die hohe Reproduktionsrate des Riesen-Bärenklaus eine wichtige Rolle. Der aktuelle Stand der Verbreitung in Deutschland wird in einer Rasterkarte dargestellt. 

Morphologische Untersuchungen zeigten, daß ein Teil der üblicherweise zur Artabgrenzung verwendeten Merkmale stark variiert und daher für diesen Zweck nicht geeignet ist. Es wurde deutlich, daß alle in Deutschland verwilderten Riesen-Bärenklau-Pflanzen nur einer einzigen Sippe angehören, die mit Heracleum mantegazzianum SOMMIER & LEVIER übereinstimmt. Neben diesem Namen wurden eine Reihe älterer Namen [z.B. H. pubescens (HOFFM.) M.BIEB] gefunden, die sich möglicherweise ebenfalls auf diese Sippe beziehen; jedoch war eine weitere taxonomische Prüfung im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Andere großwüchsige Heracleum-Sippen (z.B. H. persicum DESF. ex FISCHER, MEYER & AVÉ-LALL.) wurden für Deutschland nur in Kultur gefunden und zeigten dort lediglich geringe Ausbreitungstendenz.

Im Zuge der Untersuchungen konnte der bisher nur aus Großbritannien bekannte Bastard Heracleum mantegazzianum × sphondylium auch in Deutschland beobachtet werden. Neben Pollen- und Blattmerkmalen erwiesen sich Blattstielquerschnitte als neues, geeignetes Merkmal zu seiner Identifizierung. 

The first escapes of Giant hogweed were recorded already in the middle of the 19th century, whereas the still active exponential spread began about the sixties of this century. As in other neophytes this progress is promoted by strong modification of habitats by man. According to germination experiments and investigations of the soil seedbank the high reproduction rate of Giant hogweed plays an important role, too. The actual distribution in Germany is shown on a map. 

Morphological investigations have demonstrated that some of the characters normally used for species delimitation are highly variable and therefore not suitable in this case. It appeared that all Giant hogweed plants naturalized in Germany belong to one taxon only, which is identical with Heracleum mantegazzianum SOMMIER & LEVIER. Several older names [i.e. H. pubescens (HOFFM.) M.BIEB.] have been found, which probably also belong to this taxon, however, further taxonomical examinations of these names were not possible during this work. Other tall hogweed species (i.e. H. persicum DESF. ex FISCHER, MEYER & AVÉ-LALL.) were found in Germany only in cultivation and had a low tendency of spreading. 

During these investigations the hybrid Heracleum mantegazzianum × sphondylium, which was known only from Great Britain, was recorded for Germany for the first time. In addition to pollen and leaf characters, cross sections of the petioles proved to be a new, useful character for the identification of this hybrid. 


(Stand / last updated: 14.08.2007)